Geräte für THL - Allgemein
Technische Hilfeleistung kann viele Formen annehmen. Sei es ein Sturmeinsatz, einen Landeplatz ausleuchten, eine unter einer Last eingeklemmte Person befreien, ein von der Straße abgekommenes Fahrzeug an einen Abhang sichern und vieles mehr.
THL-Geräte
Viele Geräte finden bei dieser Einsatzart ihre Anwendung. Nachfolgend werden einige exemplarische Geräte vorgestellt.
Das Halligan-Tool ist so vielseitig, dass es eigentlich in mehreren Kategorien auftauchen müsste. In den 1940ern als Weiterentwicklung des "Kelly-Tools" von Hugh Halligan (1894-1987), einer Führungskraft bei der New Yorker Feuerwehr erfunden hat es sich mittlerweile international als Hebel-Brechwerkzeug durchgesetzt. Aus vermutlich lizenzrechtlichen Gründen wird in den Feuerwehrnormen daher immer vom "multifunktionalen Hebel- und Brechwerkzeug" als sperrigen Begriff gesprochen, wenn das Halligan-Tool gemeint ist.
Die Kanalspülratte auch Kanalspülkopf genannt hat zwei Austrittsöffnungen. Vorne bohrt sich ein Wasserstrahl durch die verschmutzten Ablagerungen, nach hinten treibt ein kegelförmiger Strahl die Armatur nach vorne weiter. Es ist zudem noch eine Kanalspülratte D vorhanden für kleinere Öffnungen.
Was wäre die Feuerwehr ohne Motorsäge? Insbesondere bei uns im Bayerischen Wald ein unverzichtbares Werkzeug. Auch Kettensäge, Motorkettensäge oder flapsig "Fichtenmoped" genannt dient sie zum Freischneiden bei über der Straße liegenden Bäumen. Bei sonstigen Sturmschäden, beim Schneisen schlagen von Waldbränden und sogar bei Gebäudebränden, wenn man durch den Dachstuhl muss leistet sie ebenso wertvolle Hilfe.
Die meisten Menschen können sich gar nicht vorstellen, was man mit einer Brechstange alles anstellen kann. Die einfach gestaltete Stange ist vielseitiger als gedacht. Hauptanwendung ist das Auseinanderdrücken, Hochheben (Hebel mit Kantholz) und Spalt schaffen. Wir haben Brechstangen in den Längen 1500mm und 700mm in Anwendung.
Der Trennschleifer wird zum Schneiden von Metallen verwendet. Tatsächlich kommt er jedoch bei den Feuerwehren kaum noch zur Anwendung, da man viele Aufgaben mit hydraulischen Rettungsgeräten oder der Säbelsäge erledigen kann und der beim Trennschleifer entstehende Funkenflug zusätzliche Maßnahmen erfordert. Nichts desto gibt es weiterhin Anwendungsfälle, weshalb er weiterhin in der Standard-Normbeladung dabei ist.
Hier abgebildet die "Bayerische Sandschaufel", weitere verwendete Schaufelformen sind die Holsteiner Sandschaufel, die Frankfurter Schaufel und die Randschaufel. Im Feuerwehrdienst dienen sie vorallem der Aufnahme von losen Schüttgut wie Ölbindemittel, aber auch Erdarbeiten wie beim Hochwassereinsatz sind ein Anwendungsbereich.
Mit dem Einreißhaken, der mit einer Stange nochmals verlängert werden kann, kann weiter entferntes, vor allem höher gelegenes Gut heruntergestoßen oder eingefangen werden. Am Kopf ist eine kleine Öse, mit der eine Mehrzweckleine mit Karabiner eingehängt werden kann, um den Kopf mittels Leine zu stabilisieren. Neben diesen Einreißhaken aus Holz besitzen wir auch einen mit Glasfaser-Teleskopstiel und Wechselkopf.
Der Stoßbesen ist mitunter eines der meist gebrauchten Feuerwehrgeräte, gilt es doch an vielen Einsatzstellen, loses Gut zusammenzukehren, sei es Ölbindemittel (das auch in die Straße zum besseren Aufnehmen des Öls eingearbeitet werden kann), Glasssplitter und kleinere Schrotteile, aufgeschwemmtes Erdreich oder anderes Schüttgut.
Der genormte Feuerwehr-Werkzeugkasten führt alles an Handwerkzeug mit, was für den Feuerwehreinsatz relevant werden könnte. Sei es kleine Montagetätigkeiten, Sägen, Messen, Schneiden, Meißeln, usw. Unser Werkzeugkasten wurde nachträglich mit Schaumstoff-Inlays ausgestattet, die ein leichtes Auffinden der einzelnen Werkzeuge gewährleisten.
Mit dem genormten Elektro-Werkzeugkasten kann das Anliegen von gefährlicher Spannung festgestellt werden, ein Gebäude ausgesichert und gefährliche Anlagen gekennzeichnet werden. Zudem können einfache Montage- und Demontage-Tätigkeiten an elektrischen Anlagen durchgeführt werden. Der Kasten darf jedoch nur von elektrotechnisch ausgebildeten Personal, also Kameraden, die in elektrotechnischen Berufen tätig sind, benutzt werden.
