Geräte für Löscheinsatz und Brandbekämpfung
Die Brandbekämpfung gehört zu den ureigensten Aufgaben der Feuerwehren, selbst der Name "Feuerwehr" bezieht sich ja darauf. Trotzdem haben sich in den letzten 150 Jahren enorme Fortschitte bei der Ausrüstung ergeben.
Löschgeräte
Viele Geräte und Armaturen finden bei dieser Einsatzart ihre Anwendung. Nachfolgend werden einige exemplarische Geräte vorgestellt.
Die Mehrzweckstrahlrohre sind seit Jahrzehnten bei den Feuerwehren im Einsatz, werden aber zunehmend von Hohlstrahlrohren verdrängt. Sie sind jedoch unempfindlich gegen Schmutzwasser und auch weiterhin hervorragend für die Außenbrandbekämpfung geeignet, weshalb sie weiter in unserem Bestand sind. Wir haben auch kleinere DM- und größere BM-Strahlrohre.
Der Saugkorb wird am Ende einer Saugleitung angekuppelt und dient zum Ansaugen von Löschwasser, wobei durch das integrierte Sieb größere Verunreinigungen herausgefiltert werden sollen. Für besonders verschmutztes Löschwasser (z.B. aus Teichen) wird die Verwendung eines Saugschutzkorbes (ein Gittergeflecht, dass über den Saugkorb gestülpt wird) empfohlen. Eine Rückschlagklappe sorgt dafür, dass kein Wasser entweicht, diese kann jedoch über einen Ring geöffnet werden, um z.B. die Saugleitung leichter aus dem Wasser zu bekommen.
Der Saugschutzkorb wird über den Saugkorb gestülpt, wenn mit großer Verschmutzung des Wassers, aus Teichen oder anderem stehenden Gewässer zu rechnen ist, z.B. durch Treibgut, Wasserpflanzen, Laub, etc. Das Gitter ist noch etwas feinmaschiger als das Sieb des Saugkorbes. Er ist flexibel ausgeführt und wird mittels Gummizug auf Höhe der Kupplung des Saugkorbes festgezogen.
Der Löschnagel wird durch Wände oder Türen getrieben und ermöglicht einen Löscheinsatz, ohne einen Raum zu betreten oder ein Behältnis zu öffnen. Das TurboTwist-System ist dabei ein spezielles Adaptersystem mit einem Absperrorgan, an das verschiedene Aufsätze aufgesetzt werden können.
Der Überdrucklüfter wird für taktische Ventilation (gezielte Be- und Entlüftung während des Löscheinsatzes) sowie zur Entrauchung von Gebäuden verwendet. Unser Modell ist elektrisch betrieben, da dies der beste Kompromiss aus Emissionen, Aufbauaufwand und Leistungswerte ist. Er kann zudem in der Drehzahl variabel eingestellt werden. Als Zubehör haben wir zudem einen Löschwassernebel-Vorsatz.
Die Knickkopflampe, auch einfach nur Adalit genannt, ist Ex-geschützt (Schutz vor Durchzündungen, die durch die Lampen-Elektrik in explosiven Atmosphären entstehen könnte) und setzt auf moderne LED-Technik. Sie dient als erweiterte persönliche Ausrüstung während des Einsatzes, wo die Lampe bequem in eine Jackentasche gesteckt werden kann und den Arbeitsbereich vor einem ausleuchtet.
Mit der Atemschutz-Überwachungstafel werden die Atemschutzgeräteträger, die in ein Objekt vorgehen registriert und zeitlich überwacht. Es geht dabei um eine Sicherheitsheitsmaßnahme, damit die Atemschutzgeräteträger eine Rückmeldung bekommen, wenn es Zeit wird den Rückzug anzutreten und zudem auch immer bekannt ist, was die Atemschutzgeräteträger tun und wo sie sind. Die Überwachung wird auf Einheitsebene durchgeführt.
Saugschläuche gibt es für fast alle Kupplungsgrößen, aber der Saugschlauch Größe A mit 1,5m-Länge dürfte der Meistverwendetste bei den deutschen Feuerwehren sein. Er dient zusammen mit Saugkorb und einer Feuerlöschkreiselpumpe zum Ansaugen aus offenen Gewässern oder Zisternen. Durch seinen formstabilen Aufbau kann ein Unterdruck erzeugt werden, mit dem Wasser auch aus einem Höhenunterschied angesaugt werden kann.
Neben den doppelt gerollten C-Schläuchen haben sich Schlauchtragekörbe (abgekürzt: STK) zur Standardaufbewahrung für Druckschläuche entwickelt. Mit ihnen ist insbesondere in Treppenhäusern eine leichte Verlegung gewährleistet. Im Innenangriff wird ein STK zusammen mit einem Schlauchpaket verwendet.
Verteiler gibt es in vielen verschiedenen Varianten und Größen. Der Verteiler B-CBC dürfte allerdings der meistverwendete in Deutschland sein. Er dient zum Aufteilen des Löschwassers aus der Löschwasserförderstrecke auf die Strahlrohrstrecke und verteilt das Wasser auf 3 Abgänge, damit können bis zu 3 Rohre vorgenommen werden. Der mittlere Abgang ist mit einem Übergangsstück B-C ausgestattet, damit kann die Förderleitung fortgesetzt werden oder auch Sonderstrahlrohre wie ein BM-Strahlrohr angeschlossen werden.
Der Verteiler BB-CBC wird manchmal auch als "Waldbrandverteiler" bezeichnet, obwohl er sich diesen Titel mit dem C-DCD-Verteiler teilt. Sinn und Zweck ist hier insbesondere die ununterbrochene Wasserversorgung bei Tankbetrieb, in dem die Speisung von zwei Fahrzeugen kommt. Ist der Tankinhalt eines Fahrzeuges leer, kann das zweite Fahrzeug weiterhin einspeisen.
Mit dem umluftunabhängigen Atemschutzgerät, auch Pressluftatmer (PA) genannt, können Feuerwehrdienstleistende in verrauchte Bereiche vordringen, die ansonsten innerhalb von wenigen Sekunden giftig oder sogar tödlich wirken würden. Damit wird nicht nur die Personenrettung sondern auch der sogenannte Innenangriff, also die Brandbekämpfung direkt am Brandherd im Inneren eines Gebäudes ermöglicht.
Der Rauchvorhanges besteht aus einem Gestell und einen brandhemmenden Tuches besteht, dass in einen Türrammen geklemmt wird. Das Tuch deckt den kompletten Türbereich ab, die unteren 2 Drittel sind jedoch frei beweglich. So wird verhindert, dass Brandrauch in nicht betroffene Bereiche vordringt und diese damit schadensmäßig beaufschlagt, gleichzeitig können jedoch Atemschutzgeräteträger in den Raum vorgehen und auch Belüftungsmaßnahmen können durchgeführt werden.
Bei Kaminbränden ist Löschen mit Wasser untersagt! Stattdessen gilt es, die brennenden Reste, die den Querschnitt des Kamins verringern, von der Kamininnenwand von oben zu lösen. Gleichzeitig muss die untere Kaminöffnung im Gebäude kontrolliert und freigeräumt werden. Der für die Feuerwehr genormte Schornstein-Werkzeugsatz bietet hierzu die nötigen Werkzeuge.
Das Standrohr dient zur Löschwasserentnahme aus Unterflurhydranten. Neuere Standrohre bieten dazu federbelastete Ventile (Rückflussverhinderer) und Belüftungseinrichtungen an den Kupplungen. Diese ersetzen die Systemtrenner nicht, bieten aber zusätzlichen Schutz des Trinkwassers vor Rückfluss.
Unteflurhydranten sind unter ovalen Deckeln versteckte in den Straßen eingelassene Entnahmestellen für Löschwasser. Erst mit dem Standrohr wird auch eine Entnahme für die Feuerwehr möglich.
Stützkrümmer werden an B-Strahlrohre angeschlossen, wenn hohe Rückschlagkräfte zu erwarten sind. Mit dem Stützkrümmer kann die Anzahl der haltenden Feuerwehrdienstleistenden auf Zwei reduziert werden. Der Stützkrümmer leitet die Rückschlagkräfte gen Boden und bietet mit der Verlängerung nach hinten auch bessere Haltemöglichkeiten des Strahlrohres. Es gibt mittlerweile auch Stützkrümmer für C-Strahlrohre.
