Brandeinsatzübung - Waldbrand

16.07.2026
Feuerwehr Übung Bärmannsried Ausbildung
Unter Brandeinsatzübung wird meistens die Übung an einem Objekt (Gebäude, Anlage) verstanden. Diesmal ging es aber hinaus in die Natur.

Nach dem Einsatz Anfang Mai ist das Bewusstsein gewachsen, dass man beim Thema "Vegetationsbrandbekämpfung" noch mehr Zeit in die Ausbildung investieren muss. Nach diversen theoretischen Schulungen der letzten Jahre ging es nun in die Praxis. Ein aktives Feuerwehrmitglied hat der Kaikenrieder Wehr dazu eine optimale Übungsfläche am Markstein zur Verfügung gestellt.
Zuvor ging es aber im Feuerwehrhaus Kaikenried noch an das Einräumen des MTW, da viele Gerätschaften im Feuerwehrhaus lagern und zum jeweiligen Einsatz erst verlastet werden müssen. Nach der Verlastung fuhr man über die Forststraße Bärmannsried ins Übungsgebiet.
Dort angelangt erfolgte eine kurze Gerätekunde und eine Einweisung in die grundlegenden Sicherheitshinweise und Taktiken wie LACES (Lookout, Ankerpunkt, Communication, Escape Routes, Safety Zones) und AFFEN-Taktik (Anker setzen, Flanken aufrollen, Front angreifen, Eindämmen, Nachlöschen), Warnsignale, Begrifflichkeiten und Vegetationsbranddreieck.

Im Anschluss wurde die ausgesteckte Übungsfläche begutachtet und die verschiedenen Fachbegriffe der Brandausbreitung anhand der Fläche durchgenommen, bevor es dann an den Einsatz der Handwerkzeuge ging.

Hier galt es einen Wundstreifen in möglichst kurzer Zeit zu legen. Dazu wurden zuerst mit zwei Pulaski-Äxten der Boden aufgelockert und Wurzeln durchtrennt, bevor mit McLeod- und Gorgui-Tools den Boden weiter abtrug und mit Feuerrechen (Fire Rakes) auch den letzten verbliebenen Brennstoff abzog. Innerhalb kurzer Zeit war bereits ein großer Wundstreifen mit dem koordinierten Vorgehen der Werkzeuge angelegt. Es wurde jedoch auch deutlich, wie kräftezerrend ein solcher Einsatz werden kann und das hierzu ausreichend Personalreserven einzuplanen sind.

Weitere Taktiken wie das Ersticken mit Feuerpatschen und Nachlöschen mit Löschrucksäcken oder der Einsatz von D-Schläuchen inklusive Verlegung im Gelände unter Zuhilfenahme einer C-Zubringerleitung sowie die dynamische Schlauchnachführung bei einem schnell wandernden Feuer waren Thema der Übung. 

Neben den Aufgaben des Beobachters (Lockout) mit Zuhilfenahme eines Windsacks sowie die Schwierigkeiten im unübersichtlichen Gelände, Sandwurf mit Schaufeln, Zubringerleitung mittels Löschwasserförderung über lange Schlauchstrecken, Fahrzeugaufstellung, Warnung mittels Signalpfeifen und Funk sowie den Einflussfaktoren wie Wind, Topographie und Brennmaterial, Hangausrichtung bis hin zu meterologischen Kennwerten wie den Taupunkt wurden zahlreiche Aspekte der Vegetationsbrandbekämpfung durchgesprochen. Dabei wurde allen Übungsteilnehmern bewusst, wie anspruchsvoll und komplex die Thematik ist.

Zum Abschluss der Übung wurde eine markante Stelle an der Forststraße Bärmannsried angefahren, eine Felsennadel, der seit einer Abholung einen 180-Grad-Rundumblick auf die Schleife des Schwarzen Regens bietet. Dort wurde mit kühlen Getränken und einer deftigen Brotzeit im Sonnenuntergang die Übung besprochen.