Bestens gerüstet für die Zukunft

28.03.2026
Feuerwehr Verein Jugendfeuerwehr Kaikenried Kreisbrandinspektion Gemeinde Dienstversammlung Aktiver Dienst
Freiwillige Feuerwehr Kaikenried nicht nur personell, sondern auch rechtlich zukunftsfähig aufgestellt

Von Marion Wittenzellner

Kaikenried. Die Freiwillige Feuerwehr Kaikenried hat ihre Satzung von 1982 umfassend modernisiert und damit rechtlich auf den neuesten Stand gebracht. In der Jahreshauptversammlung wurden die vom Rechtsanwalt und Landrat Ronny Raith überarbeiteten Statuten vorgestellt, diskutiert und verabschiedet.
Vorsitzender Josef Wittenzellner jun. konnte zu der Zusammenkunft eine stattliche Anzahl von Mitgliedern im Vereinslokal Gasthaus Danzer willkommen heißen. Sein besonderer Gruß galt dem 1. Bürgermeister und Ehrenmitglied Daniel Graßl nebst den Markträten Wolfgang Loibl und Martin Niedermeier, den Ehrenmitgliedern Hans Augustin, Josef Hacker und Georg Kraus, KBI Christian Stiedl, dem stellvertretenden KFV-Vorsitzenden Rudi Edenhofer und nicht zuletzt der stark vertretenen Jugendfeuerwehr.
Kommandant Jürgen Obermeier präsentierte in seinem Bericht beeindruckende Zahlen – besonders für eine vergleichsweise kleine Feuerwehr. Derzeit kommt man hier auf 45 Aktive, darunter sechs weibliche und ein neu hinzugewonnenes Zweitmitglied; zudem stehen 21 Feuerwehranwärter (davon 19 u18) in den Startlöchern. Die Anzahl der Atemschutzgeräteträger hat sich um drei auf 18 erhöht, die der Maschinisten ist bei 14 geblieben.
Im insgesamt ruhigen Jahr rückte die Wehr zu 17 Einsätzen unterschiedlichster Art aus.– fünf Brandfälle, drei Technische Hilfeleistungen, acht „Sonstige“ und eine Sicherheitswache. 191 Einsatzstunden und 142 Personen sind dabei am Ende zu Buche gestanden. Ein besonderer Einsatz, die Absicherung der Pfarrwallfahrt nach Neukirchen b. Hl. Blut, habe sogar bis in den Regierungsbezirk Oberpfalz geführt, wenn auch nur für rund 100 Meter, sagte der der Kommandant schmunzelnd.
Darüber hinaus wurden in insgesamt 873,75 Stunden 37 Übungen absolviert. Hervorgestochen hatte hier eine gemeinsame Brandeinsatzübung mit der FFW Arnetsried mit echtem Feuer, die Obermeier zufolge gerade auch für die Jugend spannend gewesen sei. Mit 291 Personen hielt er die Übungsbeteiligung unterm Strich allerdings nach wie vor für „ausbaufähig“. Auch auf die Aus- und Weiterbildung wurde wieder großer Wert gelegt. So wurde im Frühjahr 2025 mit zwei Gruppen das Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz“ durchgeführt. Im Sommer wurde die „Jugendflamme“ abgelegt und im Herbst beteiligte sich die Jugendfeuerwehr erfolgreich am Wissenstest. Etliche Kameradinnen und Kameraden haben auch diverse Lehrgänge absolviert beziehungsweise in Angriff genommen, was Obermeier besonders freute.
Darüber hinaus listete er noch etliche Reparaturen, Beschaffungen, Baumaßnahmen am Gerätehaus und sonstige Maßnahmen auf. Neben den von der Gemeinde bereits angeschafften Rettungswesten für Hochwasser- und Starkregen-Einsätze und den Gaswarngeräten für Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff, die eine deutliche Sicherheitssteigerung für die Dienstleistenden seien, hofft er nun auch noch auf die Beschaffung eines Spannungswarners für überflutete Keller. Zudem sollen heuer nach jahrelanger Planung erste Maßnahmen für die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses erfolgen.
Schließlich erwähnte er noch einige besondere Aktionen wie einen Instagram-Dreh oder die Feuerbeschau beim Gasthaus Danzer, einige wahrgenommene überörtliche Termine der Kommandanten sowie einige Neuerungen auf Bundes- und Landesebene. Sein besonderer Dank galt Lena Oswald, die den Social-Media-Auftritt der Wehr mit viel Leidenschaft gestalte. Ebenso dankte er allen Funktionären und Mitgliedern für das hervorragende Miteinander, der aktiven Jugendfeuerwehr, der Marktgemeinde um Bürgermeister Graßl für die stete Unterstützung sowie der Kreisbrandinspektion und dem Kreisfeuerwehrverband für die gute Zusammenarbeit.
Atemschutzbeauftragter Roland Löffler berichtete von fünf Einsätzen für seinen 18-köpfigen Trupp sowie einigen Übungen. Stellvertretender Jugendwart Maximilian Stadler gab einen Einblick in die Jugendfeuerwehr, die derzeit aus 19 Mitgliedern besteht. Neben Übungen kamen auch Freizeitaktivitäten nicht zu kurz. Bürgermeister Daniel Graßl würdigte die ganzjährige Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. Die Kaikenrieder Wehr sei da, wenn man sie brauche, und auch wenn sich im Dorf was rührt, sei sie immer mit dabei.
KBI Christian Stiedl berichtete über aktuelle Herausforderungen und lobte die hervorragende Nachwuchsgewinnung in Kaikenried sowie den hohen Frauenanteil bei den Aktiven. Stellvertretender KFV-Vorsitzender Rudi Edenhofer dankte sowohl den Feuerwehrlern für ihre ehrenamtliche Tätigkeit rund um die Uhr, als auch deren Begleitpersonen fürs „Freistellen“.
Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Satzungsänderung. Kommandant Jürgen Obermeier erläuterte die umfassenden Überarbeitungen, die an dem knapp fünf Jahrzehnte alten Regelwerk vorgenommen wurden. Die Änderungen betreffen unter anderem Datenschutz, Vereinsstruktur, Amtszeiten sowie neue Optionen wie eine Kinderfeuerwehr. Nach längerer Debatte wurde die Satzung mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung abgesegnet.
Der 1. Vorsitzende Josef Wittenzellner jun. konnte in seinem Rapport einen Zuwachs auf 253 Mitglieder (+ 8) vermelden. Achtmal durfte man zum Geburtstag gratulieren, aber leider musste man auch von zwei Kameraden Abschied nehmen. Außerdem gab Wittenzellner bekannt, dass der 3. Vorsitzende Mario Thurnbauer am 31. Oktober 2025 aus persönlichen und zeitlichen Gründen zurückgetreten sei. Zahlreiche Veranstaltungen und Termine prägten das Vereinsjahr. In einer kurzen Terminvorschau wies er insbesondere auf die anstehenden Gründungsfeste der Feuerwehren March (28. Juni), Böbrach (5. Juli) und Pirka (25. Juli) hin. Außerdem wird am 3. Oktober ein Tagesausflug zum Schliersee unternommen; Anmeldungen dazu sind schon möglich. Schatzmeister Wolfgang Loibl berichtete von einem negativen Jahresergebnis. Kassenprüfer Georg Kraus bescheinigte Loibl eine ordnungsgemäße Kassenführung. Seiner Empfehlung auf Entlastung des Finanzwarts folgte die Versammlung einhellig.
Anschließend stand turnusgemäß die Neuwahl der Kassenprüfer an. Georg Kraus und Stefan Kraus wurden erneut mit dieser Aufgabe betraut, und zwar gemäß der neu beschlossenen Statuten für die kommenden sechs Jahre.
Unter „Wünsche und Anträge“ bat Kommandant Obermeier darum, der Feuerwehr alte Zylinderschlösser zu spenden, weil diese für Türöffnungsübungen gebraucht werden. Josef Kauschinger möchte, dass der Jahrtag wieder an einem Sonntag stattfindet. Auch Kassier Wolfgang Loibl würde dies befürworten. Vorsitzender Wittenzellner meinte jedoch, dass sich der Ausschuss dafür ausgesprochen habe, es noch einmal am Samstag zu versuchen. Der Posten des 3. Vorsitzenden bleibt vorerst vakant.

PERSONELLES
Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz“:
Stufe 1 „Bronze“: Xaver Danzer, Tim Kraus, Lena Pfeffer, Jonah Schreckinger; Stufe 2 „Silber“: Daniel Achatz, Louis Boxhorn, Fabian Ernst, Florian Kasperbauer, Larissa Obermeier; Stufe 3 „Gold“: Veronika Kauschinger, Maximilian Stadler; Stufe 5 „Gold-Grün“: Thomas Kilger, Matthias Kraus, Christoph Wittenzellner; Stufe 6 „Gold-Rot“: Josef Niedermeier, Stefan Wittenzellner, Stefan Stadler, Johann Wühr.

Lena Oswald zur Feuerwehrfrau; Michael Ernst zum Löschmeister.

Lehrgang Atemschutzgeräteträger: Xaver Danzer, Tim Kraus, Jonah Schreckinger.

EHRUNGEN:
10 Jahre: Fabian Ernst, Martin Sailer;
20 Jahre: Manuela Wühr;
30 Jahre: Franz Kraus;
40 Jahre: Stefan Stadler.

Neuaufnahmen: Michael Loy, Ben Boxhorn, Thomas Kraus.

Artikel aus Passauer Neuen Presse (PNP) - Viechtacher Bayerwald-Bote (VBB) vom 22.04.2026