Die Chronik der FFW Kaikenried

 

Tabellarische Meilensteine der über 140-jährigen Feuerwehrgeschichte

1873 1874 1875 1876 1878 1902 1921 1927 1928 1928 1928 1929 1930 1951 1952 1959 1964 1966 1969 1971 1976 1978 1982 1982 1982 1985
1989 1993 1993
1994
1996 1998
1999
2000
2001
2002
2004

2006

2007

2008

2009

2010

2013

2014

2016

Erste bekannte schriftliche Erwähnung der Feuerwehr Kaikenried
Errichtung einer Pflichtfeuerwehr in Kaikenried
Anschaffung einer Löschmaschine
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
Erste Fahnenweihe
Beschluß zum Bau eines Feuerlösch-Requisitenhauses in Kaikenried
Feuerschwemme soll vergrößert werden
Antrag auf 2. Feuerschwemme
Anschaffung einer Motorspritze
Instandsetzung des Feuerwehrgerätehauses
2. Fahnenweihe
Anschaffung eines Schlauchtrockenapparates
Instandsetzung der Feuerschwemme
Errichtung eines Schlauchturms
Sirene eingerichtet
Ankauf eines Tragkraftspritzenanhängers (TSA) mit TS 8/8
3. Fahnenweihe
Ausbau des Löschweihers
Bau eines neuen Feuerlöschgerätehauses
Ankauf eines Löschgruppenfahrzeug LF 8-TS
100 Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Kaikenried
Gründung des Katastrophenzuges (LZ-Wasserversorgung)
Ankauf Löschfahrzeug (LF 8 Schwer)
Ankauf eines Schlauchanhängers (FwA-Schlauch)
Gründung der Atemschutzgruppe
Gründung der Jugendfeuerwehr
Neues Feuerwehrhaus erbaut
Mehrzweckfahrzeug (MZF) angeschafft
Bierzeltanbau ans Gerätehaus für Jahrtagsfeiern
Eintritt als Gründungsmitglied in den Kreisfeuerwehrverband Regen
Fahne restauriert
Bau einer Zisterne nahe dem Feuerwehrgerätehaus, 125-Jahr-Feier
Anschaffung eines Rettungsspreizers, -Schere und Zylindern
Neue Schutzanzüge
Neue Tragkraftspritze TS 8/8 angeschafft
Restrauierung der alten Fahne von 1928, Hilfe bei Hochwasserkatastrophe
Aufnahme der ersten Mädchen in die Jugendfeuerwehr

Schneekatastrophe, Neuwahlen, neue Atemschutzausstattung

Neue Jugendfeuerwehr-Überjacken erhalten

Einsatz am Arber wegen Ski-Weltcup

Neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20/16 bekommen

Inbetriebnahme Integrierte Leitstelle, 25jähriges Jugendfeuerwehr-Jubiläum

Hochwasserkatastrophe an der Donau – Einsätze im Rahmen des Hilfeleistungskontingentes

Wärmebildkamera erhalten, Mannschaftstransportwagen (MTW) angeschafft

Starkregen in Kaikenried, neue Hochwasserausrüstung erhalten, Digitalfunk wird eingeführt

Über 140 Jahre Feuerwehr Kaikenried

Lange zurück, weit über 140 Jahre, geht die Geschichte der Feuerwehr Kaikenried in die Zeit als König Wilhelm zum Ersten Kaiser von Deutschland proklamiert wurde.

Aus dieser Zeit sind die schriftlichen Überlieferungen einer dörflichen Feuerwehrgründung äußerst rar und vereinsinterne Überlieferungen aus der Gründerzeit sind einem Brand beim damaligen Kommandanten Xaver Röck zum Opfer gefallen. Umso wertvoller sind die Informationen aus den Protokollen der Gemeinde Teisnach über Feuerwehren (herausgegeben 1995 von Josef Niedermeier, Kaikenried). Mit Hilfe dieser Aufzeichnungen und mit weiteren einzelnen Daten kann die Vereinschronik der Feuerwehr Kaikenried geschrieben werden.

In einem Schreiben der hohen königlichen Regierung vom 7. Juni 1873 und einem Schreiben des königlichen Bezirksamtes Viechtach vom 13. September 1873 an die Gemeinden wird von den größeren Gemeinden, darunter auch die Gemeinde Teisnach, die Anschaffung einer größeren Löschmaschine gefordert.
Am 27. Juli 1873 hat sich der Gemeinderat im Schulhause zu Kaikenried getroffen (bis 1912 war Kaikenried als Mittelpunkt der Gemeinde auch Sitz der Gemeindeverwaltung) und über die bezirksamtliche Forderung beraten und folgendes Protokoll aufgezeichnet:

"Abgesehen von dem bedeutenden Kostenpunkte, welcher der ohnehin bedrückten Gemeinde durch Anschaffung einer Löschmaschine, Erbauung einer hierzu geeigneten Remise und der sich ergebenden Reparaturen erwachsen würde, ist bei den örtlichen Verhältnissen des Gemeindebezirkes eine Löschmaschine nicht zweckmäßig. Der Gemeindebezirk ist sehr schmal und beträgt gut 3 Stunden in der Länge. Die Spritze müßte jedenmalls in Kaikenried als den Mittelpunkt der Gemeinde aufgestellt werden. Nun ist aber in Kaikenried nur der einzige Bräuer, welcher 2 Pferde hat und mit diesen häufig abwesend ist, während die übrigen Pferdebesitzer sämtlich weit von hier entlegen sind.

Die hiesigen Gemeindemitglieder haben zur Errichtung der Feuerwehr in Ruhmannsfelden und zur Anschaffung einer Feuerspritze dortselbst vieles geleistet und sich genannte Feuerwehr freundlichst erboten, bei allenfallsigen Bränden in diesseitiger Gemeinde, in deren sämlichen Ortschaften von Ruhmannsfelden in 1 Stunde leicht zu Kommen ist, hilfreich Hand zu bieten.

Die unterfertigte Gemeindeverwaltung hat bereits die Anschaffung von dauerhaften und zweckmäßigen Feuerhaken und Leitern, sowie für hinreichende Löschgeschirre für jede Ortschaft und die Bildung von leichten Feuerrotten in den Orten Teisnach, Kaikenried und Sohl angeordnet, welche Letztere sich an die eintreffenden Feuerwehren anzuschließen haben."

Dieses Protokoll ist das älteste bekannte Schriftstück über das Feuerlöschwesen in der Gemeinde Teisnach.

Die von den Gemeindemitgliedern gemachten Zahlungen an die Feuerwehr Ruhmannsfelden bestätigen, daß in Kaikenried und auch in Teisnach bereits vor 1873 sich Männer zusammenfanden und überlegten wie sie der roten Gefahr am besten entgegentreten konnten.

Ein verheerender Brand im Jahre 1868 in Kaikenried bei dem 6 Anwesen zerstört wurden und Feuerwehren aus Ruhmannsfelden und Regen anwesend waren, hat die Notwendigkeit einer eigenen Feuerschutzmannschaft bestätigt.

Die ersten Zusammenschlüsse die 1873 vom Bezirksamt im hohen königlichen Auftrag für jede größere Ortschaft gefordert wurde hat man als "Feuerrotte" bezeichnet. Diese Mannschaften waren die einfachsten Formen der Feuerwehr. Es folgten die Pflichtfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr.

Die Feuerrotte hat sich in Kaikenried im Zeitraum von 1869 und 1873 gebildet.

Weiter war die Anschaffung einer größeren Löschmaschine Gegenstand der Beratungen im Jahr 1874. Da das Bezirksamt Viechtach den Wunsch der Gemeinde statt einer großen Löschmaschine 2 kleine Handspritzen anzuschaffen nicht nachkam, wandte sich die Gemeindeverwaltung schließlich an die königliche Regierung von Niederbayern.

Hier auszugsweise das Gemeindeschreiben vom 13. September 1874.

"Nach besagter Regierungs - Entschließung wären Handspritzen nur für kleinere Gemeinden genügend. Nun zählt zwar die Gemeinde Teisnach zu den größeren Gemeinden, sie zählt 933 Seelen und befinden sich im Amtsbezirke noch Gemeinden mit größerer Seelenzahl, doch hauptsächlich muß die geographische Lage in Betracht gezogen werden. Hier sind nur 3 größere Ortschaften, darunter die größte, Teisnach mit 39 Hausnummern, welche fast ausschließlich zerstreut umherliegen, dann kommt 1 Stunde entfernt Kaikenried mit 31 und wieder eine gute Stunde davon entfernt Sohl mit 23 Hausnummern. Daraus ist ersichtlich, daß der Gemeindebezirk eine bedeutende Ausdehnung der Länge nach hat, nämlich 3 Std. und die Breite verhältnismäßig gering ist, dazu kommt noch, daß keine Straße durch die Gemeinde führt und auf denen, zum Teil steilen und schmalen Feldwegen, eine schwere Löschmaschine namentlich bei ungünstiger Witterung unmöglich transportabel oder doch nicht mit der Geschwindigkeit, wie sie bei Feuersbrünsten erforderlich ist an Ort und Stelle verbracht werden kann, wenn überhaupt der Zufall eintrete, daß eben Pferde zu haben seien, dann die Löschmaschine müßte jedenfalls in Kaikenried, als dem Mittelpunkte der Gemeinde aufgestellt werden und besitzt da, nur der einzige Bräuer 2 Pferde, welcher aber zur Winterzeit wegen Gerstenfuhrwerk, im Sommer mit Holzfuhrwerk in stundenweiter Entfernung häufig abwesend ist. Die Pferde sind überhaupt hier sehr wenig und sind die nächsten von Kaikenried eine 1/2 Stunde entfernt."

Ein weiteres Protokoll vom 18. Oktober 1874 gibt exakt Auskunft über Errichtung einer Pflichtfeuerwehr in Kaikenried:

"Heute versammelte sich der Gemeindeausschuß im Bräuhause zu Kaikenried um daselbst ein Verzeichnis von Mitgliedern und 2 Rottenführern festzustellen.

In das Verzeichnis wurden aufgenommen:

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24.

Josef Hinkofer v. Aschersdorf
Johann Achatz v. Aschersdorf
Josef Göstl v. Aschersdorf
Vinzenz Hinkofer v. Aschersdorf
Paul Geiger v. Bärmannsried
Jos. Bielmeier v. Bärmannsried
Baptist Seitz v. Bärmannsried
Xaver Kraus v. Bärmannsried
Xaver Vögerl v. Kaikenried
Josef Achatz v. Kaikenried
Franz Achatz v. Kaikenried
Josef Greil jun. v. Kaikenried
Leopold Zitzlsberger v. Kaikenried
Johann Bernhard v. Kaikenied
Wolfg. Niedermeier v. Kaikenried
Josef Kilger v. Kaikenried
Franz Kilger v. Kaikenried
Xaver Kappl v. Kaikenried
Peter Bielmeier v. Kaikenried
Georg Penzkofer v. Kaikenried
Josef Geiger v. Kaikenried
Xaver Kleingütl v. Kaikenried
Josef Holzbauer v. Kaikenried
Xaver Bielmeier v. Kaikenried

Diese wählten unter sich zum 1. Rottenführer: Lukas Kauschinger, zum 2. Rottenführer M. Kraus von Kaikenried.

Dem Protokoll vom 9. Feb. 1875 ist zu entnehmen, daß die königliche Regierung auf die Anschaffung einer größeren Löschmaschine bestand und diese auch später (1886) gekauft wurde. Als Standort dieser Löschmaschine wurde Kaikenried als Mittelpunkt der Gemeinde bestimmt.

In dieser Gemeindeversammlung wurde auch die disdriktspolizeiliche Feuerlöschordnung verlesen und die anwesenden Ortsführer beauftragt für die Anschaffung von 3 Feuerhacken und 2 Leitern in jeder Ortschaft zu sorgen.

Den Dienst des Spritzenfahrens übernahm der Bauer Michl Peter. Auch 2 Laufboten wurden bestimmt nämlich Franz Treml von Kaikenried und Josef Merkl von Teisnach.

Über die Gründung der "Freiwilligen Feuerwehr Kaikenried" gibt es kein Protokoll dies dürfte mit ziemlicher Sicherheit auf das Jahr 1876 fallen, da im Februar 1877 anlässlich einer Gemeindeversammlung zum Beitritt zur freiwilligen Feuerwehr geworben wird.

Auch die Bezeichnungen der Feuerwehren innerhalb der Gemeinde mit „Teisnach I“ (Kaikenried); „Teisnach II“ (Teisnach); „Teisnach III“ (Sohl); „Teisnach IV“ (Arnetsried) bestimmt die Reihenfolge der Gründungen.

Der zentrale Mittelpunkt Kaikenrieds in der Gemeinde Teisnach und der Sitz der Gemeindeverwaltung waren sicher die Gründe zur Gründung der Feuerwehr Kaikenried in relativ früher Zeit.

1886 wurde schließlich die Löschmaschine angeschafft. Beim Hersteller handelte es sich um die damals renommierte Firma „Justus Christian Braun“ aus Nürnberg. Der Wagen war eine „4-rädige Saug- und Druckspritze der Größe Nr. 1“.
Aber bereits 2 Jahre später wurde die Spritze nach Teisnach, genauer gesagt zum „Gstadhof-Stadl“, verlegt, da im damaligen Gemeindeprotokoll vom 8. Januar 1888 wie folgt stand:
 
Bezüglich der Feuerspritze liegt in Kaikenried ein großer Übelstand vor, indem sich in ganz Kaikenried nur noch ein Pferd befindet". Die damalige Spritze musste aber von zwei Pferden gezogen werden.
Der Abzug der Spritze musste auf die Kaikenrieder nachhaltig gewirkt haben.

Einige Zeit später (der genaue Zeitpunkt ist leider unbekannt) muss die Spritze aber wieder nach Kaikenried zurückgekommen sein, da der Unternehmer Gustav Werner 1889 der Teisnacher Feuerwehr, wie auch der Werksfeuerwehr der Papierfabrik je eine Löschmaschine spendete und, wie später noch beschrieben, die FFW Arnetsried die „alte Spritze“ von der Kaikenrieder Wehr 1928 bekam.

Aus der Anfangszeit der Kaikenrieder Wehr sind kaum Einsätze für die Nachwelt dokumentiert, doch berichtet die Dorfchronik von Blossersberg von einem Einsatz (einem Brand, der vermutlich in Viechtach stattfand) im Jahre 1891:

    Am 5. November 1891 hat ein furchtbares Unglück dem hiesigen Markt heimgesucht. Gegen 2 Uhr morgens ging plötzlich in den aneinanderstossenden Rückgebäuden der Anwesen des Sattlermeisters     Bradl und Baders Xaver Baumer Feuer auf und griff mit so rapider Schnelligkeit um sich, daß nach einigen Augenblicken die beiden Wohnhäuser der Obengenannten ebenfalls in Flammen standen;
… Erschienen waren noch die Feuerwehren Blossersberg, Schlatzendorf, Teisnach, Ruhmannsfelden, Kötzting, Geiersthal, Kaikenried, Patersdorf und Böbrach, welche ebenfalls tüchtig eingriffen.“

Bemerkenswert ist dabei, dass man bis nach Viechtach zu Einsätzen fuhr und zu jener Zeit zu Fuß oder mit Pferdegespannen auf schlechten Wegen ausgerückt wurde. Vermutlich stand der Kaikenrieder Wehr zu diesem Zeitpunkt die Spritze bereits wieder zur Verfügung.

Weiter können wir den Gemeindeprotokollen bezüglich der Feuerwehr Kaikenried folgendes entnehmen: "Am 29. Juni 1902 wurde die Errichtung eines Feuerlösch - Requisitenhauses am Schulhaus Kaikenried beschlossen."

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Am 11. Juni 1921 wurde die Reinigung und die Vergrößerung der Kaikenrieder Feuerschwemme beim Anwesen Hamberger beschlossen.

25. Mai 1927, Antrag auf Errichtung eines 2. Feuerweihers am Ortsanger gegenüber dem Wirtshaus, jedoch gemeindliche Ablehnung: Spätere Ausführung.

29. Januar 1928, Anschaffung einer neuen Motorspritze, während die freigewordene Spritze an die Feuerwehr Arnetsried gegeben wird. Die neue Spritze stammte von der Firma "Paul Ludwig" aus Bayreuth.

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Noch im gleichen Jahr bittet die Feuerwehr Kaikenried den Gemeinderat um Instandsetzung des Feuerwehrgerätehauses um zum Beispiel den Boden betonieren, Errichtung einer Benzinkammer und Erbauung eines Schlauchturmes.

Am 17. Juni 1928 feiert die Freiwillige Feuerwehr eine Fahnenweihe.

Die 1928 beschlossene Erbauung eines Schlauchturms kam zu diesem Zeitpunkt nicht zur Ausführung, da am 25. Oktober 1929 die Anschaffung eines Schlauchtrockenapparates beschlossen wurde, was die Errichtung des Schlauchtrockenturms überflüssig erscheinen ließ.

Das Protokoll vom 7. Mai 1930 unterrichtet über die Instandsetzung der Feuerschwemme in Kaikenried: Errichtung einer Ufermauer entlang der Straße.

1938 werden durch das vom NS-Regime erlassene Reichsfeuerlöschgesetz alle Feuerwehren Deutschlands gleichgeschaltet, ihrer Vereinsstruktur beraubt und der Polizei unterstellt. Die Freiwilligen Feuerwehren, so auch die Feuerwehr Kaikenried, wurden zu "technischen Hilfspolizeitruppen" umgewandelt. Deren Aufgabe war es, den friedensmäßigen Brandschutz sicherzustellen und im zivilen Luftschutz mitzuwirken. Genauere Aufzeichnungen über unsere Feuerwehr während dieser Zeit fehlen, vieles ist wohl in den Wirren des Krieges verloren gegangen.

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Die Freiwillige Feuerwehr Kaikenried um 1940

Nach dem Krieg lag das Feuerwehrwesen am Boden. Die alliierten Streitkräfte reorganisierten den deutschen Brandschutz und legten so den Grundstein für die heutige Organisation.
Schon kurze Zeit nach Kriegsende begannen die Feuerwehren wieder den Dienst für die Allgemeinheit aufzunehmen.

Ein Protokoll vom 11. Juli 1950 gibt uns Auskunft über die Ablehnung der Einführung einer Feuerschutzabgabe.

Der für überflüssig gedachte Schlauchturm wird am 17. Juli 1951 beschlossen und an den Zimmermeister Josef Plötz von Sohl für 550 DM vergeben.

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Das etwa um 1925 erbaute und mehrmals umgebaute
Feuerwehrhaus, mit dem im Jahre 1951 errichteten
Schlauchturm. Im Vordergrund der 1966 ausgebaute
Löschweiher, der im Sommer auch als Freibad genutzt wurde.

Über die Geschehnisse in jüngerer Zeit informieren uns die Aufzeichnungen des Vereins und vieles ist noch in Erinnerung.

1952 wurde zur schnelleren Alarmierung im Brandfall eine Sirene angeschafft und auf das Schulhaus montiert.

Im Jahre 1959 wurde ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) mit einer Tragkraftspritze TS 8/8 der Firma Metz für insgesamt 6690,- DM angeschafft, da die alte Paul-Ludwig-Motorspritze von 1928 stark reparaturanfällig war. Der TSA wurde am 22.12.1959, die TS 8/8 einige Tage später am 10.01.1960 angeliefert.

 

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1959 - Anschaffung eines Tragkraftspritzen-Anhängers (TSA) gezogen von Traktoren oder
dem Gemeinde - Unimog.

1964 war ein besonderes Jubeljahr. Eine Fahne, die dritte in der Vereinsgeschichte, wurde geweiht. Ein großes Fest mit zahlreichen Vereinsabordnungen.

Die nächsten Jahre waren wieder geprägt von Arbeitseinsätzen bei denen viele freiwillige unentgeltliche Stunden geleistet wurden. So wurde 1966 der Löschweiher ausgebaut. Er diente mehrere Jahre auch als Schwimmbad für Einheimische wie auch Urlaubsgäste. Ebenfalls wurde in dem Jahr eine Anfrage für ein neues Löschfahrzeug an die Gemeinde gestellt; der Anhänger sollte dann an die damalige Gemeinde Ruhmannsdorf für 1.800,- DM veräußert werden.

2 Jahre später erhoffte man sich seitens der Gemeinde die Mittelzuweisung für das neue Löschfahrzeug und der Anhänger wurde dann endgültig der FFW Tresdorf (Gemeinde Ruhmannsdorf, heute: Gemeinde Prackenbach) übergeben. Für die Überbrückungszeit (die dann länger als erwartet dauerte) bis das neue Löschgruppenfahrzeug kommen sollte, behalf man sich mit dem Ausleihen des Tragkraftspritzenanhängers der FFW Teisnach.

Der Feuerwehrgerätehausbau im Jahre 1969 forderte von den Vereinsmitgliedern wieder viele Arbeitseinsätze.

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Feuerwehrhaus errichtet im Jahre 1969
und genutzt bis 1989

1971 konnte ein neues Löschgruppenfahrzeug, ein LF 8-TS auf Opel Blitz 2,0 To.-Fahrgestell, eingeweiht und in den Dienst gestellt werden. Das 25.962,- DM teure Fahrzeug stammte wiederum von der Firma „Paul Ludwig“ aus Bayreuth.

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1971 - Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges LF 8-TS

Ein halbes Jahrzehnt später, 1976 wurde die 100 Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr (man ging damals noch von der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, und nicht vom Beginn des Feuerlöschwesens in Kaikenried, aus) mit einem würdigen Festprogramm begangen.

Im Jahre 1978 wurde der Katastrophenschutz-Zug in Kaikenried gegründet. Dieser umfasste neben der Kaikenrieder Wehr noch die FFW Sohl und FFW Linden, mit deren für den Katastrophenschutz vorgesehenen Fahrzeugen. Dieser war bis 1995 mit Sitz in Kaikenried aufgestellt, danach erfolgte eine Neuordnung des Zivilschutzes (Katastrophenschutz auf Bundesebene), wobei die Züge aufgelöst wurden. Bis zu seinem Tod war Kommandant Karl Treml dessen Zugführer, sein Stellvertreter war Kreisbrandinspekor Reinhard Vieltorf von der FFW Linden.

1982 konnte die Wehr ein weiteres Löschfahrzeug, nämlich das "LF 8 Schwer" erwerben, segnen und in den Dienst der Mitmenschen stellen. Es wurde für rund 198.000,- DM von der Firma „Magirus-Deutz“ gebaut, als Fahrgestell diente ein FM 130 D7 FA. Das alte LF 8-Fahrzeug wurde der FFW Arnetsried übergeben, das dort bis 1999 Dienst tat. Noch im gleichen Jahr wurde ein Schlauchanhänger „Feuerwehranhänger Schlauch" der Firma „W.Barth Feuerlöschgeräte“ gekauft und ebenfalls im Jahre 1982 wurde die Kaikenrieder Atemschutzgruppe gegründet.

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1982 - Kauf eines LF 8 Schwer mit Beladeplan II

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1982 - Kauf eines Schlauchanhängers (FwA Schlauch)

Im Jahre 1985 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet, die zu einer wichtigen Stütze der Nachwuchsgewinnung wurde.

4 Jahre später konnten die Kaikenrieder Feuerwehrkameraden ihr schmuckes Feuerwehrhaus, geplant vom hiesigen Architekten Josef Bielmeier, errichten. Es war nunmehr das vierte Feuerwehrhaus in der Geschichte der Feuerwehr Kaikenried. Die aktiven Kameraden opferten viel Freizeit um an "ihrem" Haus Hand anzulegen. Das „alte“ Feuerwehrhaus wird bis heute von der Gemeinde und anderen Ortsvereinen genutzt.

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heutiges Feuerwehrhaus erbaut und
eingeweiht im Jahre 1989

Ebenfalls im Jahr 1989 legte erstmals eine Gruppe der Jugendfeuerwehr die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr ab.

1993 erwarb die Wehr ein Mehrzweckfahrzeug auf Ford-Transit FT 100-Fahrgestell. Für die Jahrtagsfeierlichkeiten wurde an das Gerätehaus in Eigenregie eine Bierzeltüberdachung angebaut, die viele Jahre genutzt wurde.

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1993 - Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges (MZF)

1994 trat die FFW Kaikenried dem neugegründeten Kreisfeuerwehrverband Regen (KFV Regen) als Gründungsmitglied bei.

1996 wurde die im Jahre 1964 geweihte 3. Fahne restauriert.

1998 ging der Bau einer Zisterne nahe dem Feuerwehrgerätehaus von statten. Zudem feierte die Feuerwehr ihr 125-jähriges Bestehen mit einem großen Fest.
Mit einem Gedenkstein wurde dem 1995 verstorbenen Ehrenkommandanten Karl Treml, besser bekannt als "Schmied Karl", sein unermüdlicher Einsatz für die Feuerwehr gedacht.

1999 wurde eine komplette THL(Technische-Hilfe-Leistung) -Ausstattung mit Spreizer, Schere und Rettungszylindern von der Firma „Weber Hydraulik“ angeschafft, um auch bei Verkehrsunfällen helfen zu können. Damit wurde auch der Wirkungsbereich und das Tätigkeitsfeld der Wehr größer.

Im Jahr 2000 bekam die Feuerwehr die neuen Schutzanzüge "Bayern 2000", die die alten olivgrünen "Bayern 2"-Schutzanzüge ersetzten.

2001 bekam die Feuerwehr eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 "Ultraleicht" der Firma Ziegler. Auch legten zwei Gruppen zum ersten Mal das Leistungsabzeichen "Die Gruppe im THL-Einsatz" ab.

Ein Jahr später, 2002 wurde die alte Fahne aus dem Jahre 1928 restauriert und im März in der Jahreshauptversammlung feierlich geweiht. Auch beim großen „August-Hochwasser“, dass viele Bundesländer beschäftigte, hilft die FFW Kaikenried. So kämpfte man in Bodenmais gegen sturzflutartige Wassermengen, die viele Keller volllaufen ließen.

Im Jahre 2003 hatte die FFW Kaikenried die Ehre, Patenverein für die Nachbarwehr FFW Arnetsried zu sein, die im Sommer ihr 75-jähriges Jubiläum feierte.

2004: Die ersten 5 Mädchen werden in die Jugendfeuerwehr aufgenommen. Eine neue Ära hat begonnen.

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Das Jahr 2006 wird auch als das Jahr der „Schneekatastrophe“ in Erinnerung bleiben. Im Februar kämpfte schließlich unsere Feuerwehr beim zehn Tage dauernden Katastrophen-Alarm auf vielen Dächern der Gemeinde gegen den Schnee und den drohenden Einsturz von Gebäuden. Doch die harten Einsätze schweißten die Mannschaft auch mehr zusammen als je zuvor.

Im selben Jahr fanden auch Neuwahlen statt, in der sich eine neue Führungsmannschaft formierte. Auch eine Satzungsänderung wurde vorgenommen, die viele kleine Details besser regelte.

Nach über 24 Jahren Nutzung in oft schwierigen und harten Bedingungen werden 2006 die alten Atemschutzgeräte „BD 73“ durch neue, moderne Geräte „AirMaXX“ der Firma MSA-Auer ersetzt. Hinzu kommen neue Überwachungsgeräte, die unter anderem den Luftverbrauch im Gerät kontrollieren, eine Atemschutzüberwachungstafel, Masken und neue Funkgeräte.

2007 bekommt die Jugendfeuerwehr Überjacken zu den bestehenden Schutzanzügen.

Das Jahr 2009 wird vielen sehr gut in Erinnerung bleiben, den am 10.06.2009 bekam unsere FFW ein neues Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug HLF 20/16 der Firma „Ziegler“ auf Mercedes-Benz Atego 1529-Fahrgestell.
Dieses dient als Ersatz für das bisherige Löschgruppenfahrzeug „LF 8 Schwer“, das seither bei der Feuerwehr Unteraltenbernheim (Gemeinde Obernzenn, Landkreis Neustadt an der Aisch) in Mittelfranken seinen Dienst tut. 

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Die Abholung des Fahrzeuges mit dem Fahrzeugkorso aller benachbarten Feuerwehren war ein beeindruckendes Erlebnis. Die Fahrzeugweihe selber wurde ebenfalls mit einem großen Fest gefeiert.

Der Atemschutz bekam Ende des Jahres noch die Atemschutz-Überhosen, die für die Atemschutzgeräteträger eine wesentliche Sicherheitssteigerung bedeuten. Zum ersten Mal wurde auch das Abzeichen „Jugendflamme“ noch im Dezember von der Jugendfeuerwehr abgelegt.

Das nächste Jahr stand ganz im Zeichen der Ausbildung mit dem neuen Fahrzeug.
Aber auch einem anderen Ereignis wurde entgegengefiebert: Der Inbetriebnahme der neuen Integrierten Leitstelle (ILS) in Straubing, die eine deutliche Verbesserung der Alarmierung mit sich bringen sollte. Die Leitstelle, die offiziell vom Innenminister am 26.10.2010 eingeweiht wurde, nahm am 24. August den Betrieb für den Rettungsdienst auf und am 05.10. auch endlich die Alarmierung der Feuerwehren.
Auch ungewöhnlich viele Brandeinsätze hielten die FFW Kaikenried auf Trab.

2010 bereitete sich die Jugendfeuerwehr auf ihr 25. Jubiläum vor, welches die Wehr im Rahmen des Jahrtages gefeiert hat. Nach 21 Jahren legte auch wieder eine Gruppe der Jugendfeuerwehr die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr ab.
Zum Jahresende konnten noch für alle Atemschutzgeräteträger spezielle Handschuhe für den Atemschutz-Einsatz beschafft werden.

2011 wurden die ersten Schutzanzüge von Bayern 2000 auf HuPF-Kleidung (HuPF= Herstellungs- und Prüfungsbeschreibung für eine universelle Feuerwehrschutzkleidung) umgestellt, die sich vom äußeren besonders durch die dreigeteilte Reflex-Bestreifung unterscheidet.

Ein Jahr später wurden weitere kleinere Umbauarbeiten am Feuerwehrhaus durchgeführt. So wurden weitere Spinde für die Jugendfeuerwehr installiert und die Werkstatt durch neue Schränke erweitert. Die Jugendfeuerwehr erhielt neue Hosen und Helme, zudem wurde eine Jugendordnung in Kraft gesetzt.

11 Jahre nach dem bereits als „Jahrhunderthochwasser“ titulierten Hochwasser wurde Deutschland von einer weiteren, noch größeren Hochwasserkatastrophe heimgesucht. Passau vermeldete mit 12,89 m den höchsten Pegel seit 500 Jahren. Die Kameraden der FFW Kaikenried rückten mehrmals mit dem Hilfeleistungskontingent sowie dem Ölwehr-Zug des Landkreises sowohl nach Passau als auch nach Deggendorf/Fischerdorf aus, die am schlimmsten von dem Juni-Hochwasser betroffen waren.

Wieder ein besonderes Jahr für die FFW Kaikenried: 2014 erhielten die vier Gemeindefeuerwehren jeweils eine neue Wärmebildkamera, die „Evolution 6000“ von MSA-Auer. Zudem wurde die THL-Ausstattung der Kaikenrieder Wehr um einen hydraulischen Hebesatz, eine neue Rettungsschere und einem Spreizkeil, jeweils von der Firma „Weber“, erweitert.
Höhepunkt war aber die Ersatzbeschaffung für das alte Mehrzweckfahrzeug. Im Oktober erhielt die Wehr ihren neuen Mannschaftstransportwagen auf Mercedes Sprinter 316 CDI von der Firma „Furtner&Ammer“ in Landau.

Das alte Mehrzweckfahrzeug wurde, nun mit orangen Blinkleuchten ausgestattet, an den 2. Wasserwart der Gemeinde übergeben. Der FwA-Schlauch kommt zur FFW Sohl.

Auch 2016 ist wieder ein Jahr der Katastrophe. In dieser Dimension völlig unbekannte und oft wiederkehrende Starkregenereignisse suchen Deutschland heim. Aber auch in Kaikenried, Bärmannsried und Teisnach hat man mit den Wassermassen zu kämpfen. Es gilt Sturmschäden zu beseitigen, Häuser vor eindringendem Schlamm und Wasser zu schützen, oder dort wo es zu spät war, diese davon zu befreien. In Folge dessen erhalten die 4 Gemeindewehren Schlammsauger und Abwassertauchpumpen, um zukünftig besser gewappnet zu sein. Ein weiteres Dauerthema 2016 ist der TETRA-BOS-Digitalfunk. Die Fahrzeuge wurden umgerüstet, neue Funkgeräte beschafft und die Mannschaft und Führungskräfte ausgebildet.

 

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